Mein Abschied aus den Social-Media

„Wer willst du sein?“

„Wer hat Einfluss auf dein Leben?“

Mit der ersten Frage habe ich mich schon immer irgendwie schwergetan. Wir lernen ja alle, dass wir uns auf eine Sache sozusagen begrenzen müssen. Maximal zwei. Aber ich fühle, dass ich viel mehr bin als zwei „Berufe“. Ich bin wie so ein Mosaik aus Glas und bestehe auch tausend Teilen.

Die zweite Frage war gestern mit in meinen Journaling-Fragen. Und in den letzten Wochen sind immer wieder Fragen aufgetaucht zu Sinn und Gefühl zum Thema Social Media. Inzwischen ist dort soviel KI unterwegs (was Vielen ja sogar Angst macht), soviel Maskerade. Menschen, die vor der Kamera heulen, damit sie als „echt“ wahrgenommen werden und Menschen, die unter der Brücke streamen, damit sie ein Like bekommen. Sind wir abhängig geworden von Likes, von irgendwelchen Menschen, die unter einer Brücke Instagram bedienen und ihre Meinung (manchmal auf sehr unschöne Art) mitteilen – machen wir uns wirklich abhängig von den Gedanken von Menschen, an denen wir aber im „echten“ Leben tagtäglich vorübergehen und mit denen es keinerlei Überschneidungspunkte gibt?

Ich habe seit fast 4 Jahren gerne „gesocialt“ und ich war immer bei Instagram. Ich hatte über 400 Beiträge dort und ungefähr die Hälfte Follower. Wahrscheinlich war ich die einzige Instagrammerin, die mehr Beiträge als Follower hatte 😀
Ich habe auch viel Zeit dort verbracht. Manchmal jede freie Minute und darüber hinaus. Ich habe auch wertvolle Impulse erhalten, und dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe wundervolle Menschen dort „getroffen“ und freue mich noch heute darüber.

Doch – ich spüre es schon länger, dass es Zeit ist zu gehen. Aber irgendwie hab ich es nicht geschafft. Das Gefühl, dass ich Instagram auch „brauche“, vor allem für Eulenherz, was ich ja gerade für meine Rituale und schamanischen Kurse aufbauen möchte. Wie sollen mich Kundinnen finden, wenn ich nicht in den Social Media bin? Oder brauche ich auch die 6 Likes pro Bild, die ich im Schnitt bekommen habe?

Instagram & Co. mit Abstand betrachtet ist wie eine Welt der Lüge. Etwas, was dieser Welt hier und Mutter Erde immer mehr wehtut und das kann man auch immer mehr spüren. Es sind so viele Menschen auf dieser Welt, sie sitzen nebeneinander an ihren Handys und socialisen. An ihren Handys und schauen sich gegenseitig nicht an. Sie fotografieren sich selbst vor anderen Menschen, vor schönen Hintergründen, vor der Natur. Sie schauen sich die Bilder mit kritischen Augen an und prüfen, ob sie gut genug aussehen. Dann wird gepostet. Sie schauen nicht in die Natur, nicht die Menschen an, nicht die schönen Hintergründe an. Sie schauen auf ihre Handys und ihre Maskerade. Sie schauen in ihr Profil, ob dort alles stimmt, dort alles gut bewertet ist.

Haben wir eigentlich noch das Gefühl, dass wir unsere Umgebung wirklich aufnehmen können? Dass wir uns selbst wirklich noch fühlen können? Oder fotografieren wir alles ganz schön um es dann für ein Like zu posten? oder für eine neue Kundin? Teilen wir uns unserer Umgebung noch mit, oder posten wir ein Bla-bla bei Instagram & Co.? Vielleicht wird Persönlichkeitsentwicklung ja erst wirklich das nächste Level erreichen, wenn wir weniger im weiten Weltnetz unterwegs sind und wieder mehr mit den Menschen, die wir hier vor unserer menschlichen Nase haben. Wenn wir uns nicht die Likes im weiten Weltnetz holen müssen, sondern von den Menschen, die hier direkt neben unserem menschlichen Körper sitzen.

Vielleicht sind diese SocialMedia-Plattformen ja der nächste Virus, der die Menschheit zerstört.

Wir wissen ja alle, wann Völker und Gruppen von Menschen ausgestorben sind und wie es immer anfängt: die Menschen arbeiten nicht mehr miteinander, sind nicht mehr verbunden. Wenn Streit und Zwist vorherrschen ist es total einfach ein ganzes Volk zu zerstören. Ist Zusammenhalt und Miteinander da ist es so gut wie unmöglich. Warum ist das so?

Das Miteinander stellt eine unfassbare Kraft dar. Die Bäume mit ihren weit verzweigten Wurzeln kommunizieren genau über dieses Wurzelwerk. Sie sind unfassbar stark und sind miteinander verbunden. In der Verbindung sind wir stark, und das beginnt im kleinsten Kreis: in der Familie. Diese Verbindung, wenn sie gelebt und geliebt wird ist wie ein unzerstörbares goldenes Band, was alles trägt und hält. Und er erhält seine Wurzeln und seine Kraft aus Mutter Erde. Sie ist dabei unerlässlich, wir sind hier auf dieser Erde Menschen und brauchen daher für alles ihre Kraft und die Verbundenheit mit ihr. Doch – wenn wir uns nicht mehr erden, uns nicht mehr mit ihr und unseren Menschen hier bewusst verbinden, wird diese Verbindung immer schwächer und schwächer und bricht an vielen Stellen komplett weg.
Und – Welche Verbindung haben wir denn miteinander, wenn wir alle in ein kleines schwarzes plattes Gerät schauen, das aus einer Parallelwelt kommt und uns die Hauptsache ist, dass dort alle Bewertungen ein grünes Häkchen zeigen? Könnte es sein, dass wir heute manchmal stärker mit diesen kleinen Geräten verbunden sind als mit denen, die uns hier direkt umgeben? Und wie können wir uns mit unseren Nachbarn verbinden, Freundschaften aufbauen oder pflegen, wenn wir überwiegend mit kleinen schwarzen Geräten in der Hand herumlaufen und dort reingucken und nichts anderes mehr sehen?

Ja, es ist schon richtig: ich überzeichne etwas. Doch in anderen Städten und an anderen Orten auf der Welt passiert genau das und immer mehr Fotos zeigen uns das auch, es ist echt erschreckend. Wie ein Alptraumfilm aus den 90ern oder? Alle haben eckige Augen und starren auf einen kleinen Bildschirm, der an ihrer Hand festgewachsen ist. Alle gehen zu denselben Orten und fotografieren. Alle essen dasselbe und fotografieren. Alle sehen gleich aus und fotografieren. Als ob die Menschen durch ihre kleinen schwarzen Geräte fremdgesteuert wären. Könnte aus Die Sims kommen. Klingt irre, ist es auch.

Ja, ich hab’s zeitweilig übertrieben. Natürlich wusste ich auch irgendwie, dass es hier auch noch was anderes gibt, und oft habe ich mich nach was anderem gesehnt, insbesondere nach mehr Freiheit. Ich weiß nicht, ob die Trennung von Instagram für mich mehr Freiheit bedeutet, aber ich bin davon überzeugt, dass es mir gut tun wird. Und das Loch, was jetzt dadurch entstanden ist, kann nun gefüllt werden mit echten Menschen und wer weiß, mit Wundern, die ich mir nichtmal vorstellen kann, oder?

Wer hat Einfluss auf dein Leben? Es haben immer die Menschen Einfluss auf mein Leben, denen ich das gestatte, oder? Und die Social Media haben bei weitem mehr Einfluss auf uns, als wir vielleicht wahrhaben möchten. Ich habe für mich entschieden, dass damit Schluss ist für mich. Ich fühle in meinem Herzen, dass meine Verbindung mit Mutter Erde gestärkt werden möchte und dass ich diesen Weg gehen möchte. Ich habe eine mögliche Zukunft für mich gesehen – und das hat sich für mich wundervoll und richtig angefühlt! Und da waren keine Handys zu sehen, sondern junge Frauen, die mit mir in physischen Körpern eine magische Verbindung hatten.

Ich vertraue dem Leben, ich vertraue dem Universum, dass ich immer richtig gefühlt werde. In der letzten Zeit sind so viele wunderbare Dinge in meinem Leben passiert, eins nach dem anderen. Einige davon kamen auch über die Social Media. Aber Wunder und magische Impulse werden auch weiterhin zu mir finden, auch ohne Instagram. Es gibt unendlich viele Wege, unser Kopf begrenzt das immer so gern, oder? Und ich habe mir – zurecht – auch schon die Frage gestellt, inwieweit diese ganze Social Media Welt mein Gehirn verformt hat, dass ich gar nicht mehr so richtig frei denken kann?

Am 2.10.2023 (Quersumme 1) habe ich mich verabschiedet aus der Social Media Welt. Und es fühlt sich gewissermaßen nach einem „Neustart“ an. Komisch nicht? und toll, die Quersumme 1. Die 1 ist die Zahl der Göttinnen. Sie lässt sich nicht teilen und ist die Voraussetzung für alle anderen Zahlen. Die Eins ist außerdem ein Symbol für einen neuen Anfang und die Erneuerung.

Ich freue mich, wenn du hier mitliest – und wenn du von Instagram kommst und mit mir Kontakt halten möchtest, freue ich mich umso mehr über eine Nachricht von dir.

Ich wünsche dir eine wundervolle Woche!

Deine Susanne