Müffelnde Socken sind echt unmöglich!

Häufig ist es so, dass viele Aufgaben, die gleichzeitig da sind ein Gefühl von „Unmöglichkeit“ hervorrufen. Alle Aufgaben liegen da vor mir wie ein großer Haufen bunter müffelnder Socken. Der Haufen ist ungefähr so groß wie ich und möchte an einem Tag komplett verschwinden. Das wäre auch wirklich sehr sinnvoll, denn er versperrt mir nicht nur den Weg, sondern auch noch die Sicht und außerdem ist mir schon leicht übel aufgrund der unterschiedlichen Duftbausteine, die mir da in meine Nase kriechen. Also starre ich da auf den Haufen und weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll und wie ich das alles bewältigen soll – an nur einem einzigen Tag. Mir vergeht also die Lust, überhaupt anzufangen, denn ich weiß, dass ich das nicht schaffen kann. Mein Gehirn spuckt eine kreative Idee aus:

Nach Farben sortieren. Die andere Seite vom Gehirn meint dazu: Echt jetzt? Du willst jetzt echt in dem stinkenden Haufen rumwühlen und aus einem stinkenden Haufen 10 stinkende Haufen erstellen? Und was daran ist dann besser als vorher? Nun, ich hätte endlich wieder Sicht auf das, was hinter dem Haufen liegt. Vielleicht könnte ich sogar rüberhüpfen und so tun, als wären die Haufen nicht da. Ich glaube, das hab ich tatsächlich schon öfter mal gemacht. Leider waren die Haufen am nächsten Tag dann immer noch da, zusätzlich zu einem neuen großen Haufen, der mir aufs Neue die Sicht versperrt hat und drumherum die kleinen Haufen, die langsam vor sich hinmüffelten und so grüne Duftstreifen in die Luft aussandten. Also nur verteilen ist wohl keine Lösung.

Nach Farbe sortieren ist aber vielleicht doch gar nicht so schlecht. Dann kann man das Müffeln zumindest rauswaschen. Findet  zusammenpassende Paare. Und hat nicht das Gefühl von Unmöglichkeit, sondern das Gefühl von Beschäftigtheit. Aber einfach nur beschäftigt sein ist total unbefriedigend, oder? Auf Dauer auf jeden Fall, das Gehirn will bissi mehr als nur Socken sortieren und waschen. Ich könnte nebenher fernsehen. Dann ist das Geplapper im Kopf auf jeden Fall nicht so laut.
Ich glaube, das hab ich auch schonmal ausprobiert. Das endete dann damit, dass ich plötzlich vor dem Fernseher saß und den Haufen ignoriert hab. Ich hatte also am nächsten Tag die kleinen Haufen, die ich sortiert hatte von vorgestern, den riesigen Haufen von gestern und einen weiteren riesigen Haufen von heute. Ganz schlechte Idee.

Mein Gefühl von Unmöglichkeit steigt gerade ins Unendliche. Wie soll denn das jetzt gehen? Drei Haufen? Alles müffelt. Ich glaube ich müffel inzwischen auch so. Wem gehören überhaupt die ganzen Socken hier? Mir jedenfalls nicht. Wieso überhaupt soll ich jetzt dafür zuständig sein? Das ist doch voll unfair! Mein Leben besteht aus müffelnden Socken. Das kann ja wohl nicht ernsthaft so gemeint sein! Tja, mein Vor-sich-hin-wüten-und-brüten bringt mich leider auch nicht weiter. Dieses doofe Gefühl soll doch endlich verschwinden zusammen mit all den Socken, die nicht mir gehören und auch nicht hierhingehören. Ich kaufe ein Duftspray und besprühe ordentlich die Umgebung. Und mich gleich mit. Jetzt ist mir erst recht schlecht. Ich hätte auch das Fenster öffnen können, fällt mir später ein. Genau, ich öffne das Fenster. Vielleicht laufen die Socken ja von allein raus? Lebendig genug dafür sind sie ja langsam. Ich starre die Socken an, sie starren zurück. Wollen die sich denn nichtmal bewegen? Das ist ja zum Mäusemelken. So ein Mist. Es passiert einfach nichts.

So von allein passiert in der Regel also erstmal nichts. Das muss ich wohl so akzeptieren. Und auch die Tatsache, dass all diese müffelnden Socken wohl von mir bearbeitet werden wollen. Und wenn ich nicht langsam damit anfange, werden es immer mehr, und immer mehr, und immer mehr und jeden Tag kommen noch welche dazu. Bis ich den Himmel irgendwann auch nicht mehr sehen kann. Dann vielleicht stimmt das Gefühl sogar und das, was hier für mich zu tun ist wird zu einem Ding der Unmöglichkeit. Selffulfilling Prophecy, oder? Muss das jetzt echt sein? Das hatte ich ja schon öfter, oder? Ich bin dann jedes Mal krank geworden. Vielleicht wird es ja mal Zeit daraus zu lernen.

Nach Farben sortieren – die kaputten wegwerfen – waschen – trocknen – zusammenlegen. Dauert den ganzen Tag. Am Ende des Tages sitze ich in vielen kleinen zusammengelegten Sockenhäufchen und fühle mich – ja ich fühle mich eigentlich ganz gut. Ich hab was geschafft, der Sockenhaufen ist um gut 4/5 geschrumpft und ich sehe, dass es möglich ist. Ja, morgen wird wieder ein neuer Haufen da sein, aber ich hab heute soviel geschafft, dass ich morgen sicher sogar fertig werden könnte. Das Gefühl hab ich gerade. Und wenn ich sogar ein bisschen eher aufstehe, dann schaffe ich sogar noch mein Sportpensum, das ich mir schon solange vorgenommen hatte. Bevor ich mich auf die Socken stürze. Klasse!

Unmöglich – gibt es das überhaupt?

Ich bin mir da nicht sicher. Aber ich bin ganz sicher, dass es alles für mich gibt, woran ich glaube und worauf ich mich fokussiere. Das hab ich schon oft genug erlebt. Wenn ich also etwas für unmöglich halte, wird es das für mich auch sein und ich werde in diesem Denken definitiv bestätigt. Wenn ich etwas für möglich halte, werden sich ganz sicher immer Wege finden, dass es das auch ist. Ich meine, wenn das beim Unmöglichen funktioniert, warum dann nicht auch beim Möglichen? Wäre ja total verquer wenn nicht. Geht ja nur dann nicht, wenn ich denke, dass es so ist.

Sogar Alice im Wunderland hat schon gelernt, noch vor dem Frühstück an 6 unmögliche Dinge zu glauben. Hast du schon gefrühstückt? Nein? Super, dann kannst du ja gleich anfangen zu üben. Mit mir zusammen.

Wenn das beim Unmöglichen funktioniert, warum dann nicht auch beim Möglichen?

Was sind deine 6 Unmöglichkeiten heute Morgen?

  1. Berühmt (und beliebt) zu sein, mit dem, was ich liebe zu tun. (klingt echt unmöglich oder?)
  2. Ein echtes Wunder zu erleben. Heute noch. (ok, das verlangt natürlich ein aufmerksames Auge meinerseits. Also: Augen auf! Mind auf!)
  3. Eine tolle Überraschung zu bekommen. (klingt auch unmöglich, oder?)
  4. Den Sockenhaufen komplett verschwinden zu lassen
  5. Rollschuhfahrend ins nächste Dorf zu gelangen
  6. Mit Delphinen zu schwimmen

Ach komm schon, derzeitige Unmöglichkeiten zu finden ist jedenfalls erstmal nicht unmöglich. Die Unmöglichkeiten dann in Möglichkeiten zu shiften ist zwar dann kein Hexenwerk, verlangt aber hier und da ganz sicher Disziplin und ganz ganz sicher einen offenen Mind. Damit du die Impulse, die zu dir kommen auch spürst, hörst und überhaupt erkennst.

Ich finde die Übung toll. Es kann ja nicht viel passieren? Außer natürlich, dass das, was du da visualisierst, tatsächlich auch möglich ist, in Echt passiert. So wie der Parkplatz direkt vor der Tür, der dir sonst immer weggeschnappt wurde.

Jetzt stellt sich natürlich ganz klar die Frage:

Wie soll ich meinem Gehirn verkaufen, dass diese Dinge jetzt nicht mehr unmöglich sind? Sondern möglich? Es glaubt ja fest daran und besitzt auch noch die Frechheit, diesen Glauben mit hammerharten Bausteinen zu untermauern. Und jetzt kommst du daher und sagst: Och, nö, jetzt ist das aber doch möglich. Pustekuchen. Ist es nicht, sagt dein Ego, dein Hirn und deine Gefühle natürlich ziehen da voll mit.

Ja, du hast es erraten: so wird das nix. Definitiv nicht. Dein innerer Türsteher lässt den Möglichkeitsgedanken nicht durch.

Es muss also einen anderen Weg geben, oder?
Da wir ja schon beim Thema sind, gibt es den natürlich auch. Mehrere vermutlich sogar. Du kannst ja mal googeln, ich schätze du findest 100 Coaches, die irgendein Programm dafür anbieten.

Ich hab jetzt kein Programm für dich, aber ich hab einen Tipp für dich. Möchtest du den lesen? Ja klar möchtest du.

Also:

Deine Gefühle sind hier die Superkraft. Zusammen mit deiner Geisteskraft einen Film vor deinem inneren Auge abspielen zu lassen. Du nimmst also deine geglaubte Unmöglichkeit und stellst dir vor, dass es möglich ist. Du stellst dir zum Beispiel vor, dass du mit Delphinen schwimmst. Du stellst dir vor, wie sich dein Körper im Wasser anfühlt, wie ein Delphin neben dir auftaucht, stell dir deine Glücksgefühle vor, höre dein Lachen. Spiel das alles wie einen Film ab und achte mal auf die Gefühle, die folgen nämlich immer den Gedanken. Du wirst dich dadurch glücklich fühlen, dankbar, voller Liebe, voller Verbindung zu diesen wundervollen Wesen. Genieße das ganz für dich.
Und Achtung: Andere Menschen haben oft die Neigung dazu, dir das wieder auszureden. So nach dem Motto: Haha, du spinnst ja und überhaupt blubbblabla. Wenn du beste Freundinnen, beste Freunde hast, die dich stärken und erheben, dann werden die sagen: wow, coole Sache, toll, dass du dich so gut dabei fühlst. Hast du solche Freundschaften? Dann bist du echt zu beneiden.

Ach ja, und pass bitte auf, wie du mit dir selber sprichst. Wir sind häufig echt ekelig zu uns. Beschimpfen uns. Hacken auf uns rum. Trauen uns nicht viel zu. Machen uns runter. Du kannst dich nicht runtermachen und gleichzeitig in dir deinen Unmöglichkeitsglauben umshiften. Wir hören uns doch zu, wir glauben uns, wir trauen uns und sind das, was wir denken UND das, wie wir über uns reden. Wenn du also sagst: Oh echt, das schaffe ich nie. Ich kann das nicht. Ich bin so nicht. Ich hasse das. Ich mag den nicht. Ich hab so hässliche Haare. Ich bin so diesdasundjenes und so, dann ist das alles so. Dann ist das deine Welt, dein Leben, das BIST DU. Natürlich willst du das nicht. Ganz klare Sache. Ernsthaft: das will keiner. Aber leider sind die meisten es dann doch. Warum? Weil sie so mit sich sprechen, die ganze Zeit.

Beobachte doch heute mal, wie du mit dir redest. Dann fällt dir das bestimmt auch auf. Und wenn es dir auffällt, dann unterbrich es sofort und ändere es in etwas ganz liebevolles. Ich schaffe das. Ich kann das. Ich bin das. Ich bin toll und wertvoll und ich liebe mein Leben. Wenn du das regelmäßig machst wirst du dich selbst bald so viel besser fühlen, du wirst so viel lieber in einem Körper wohnen und du wirst anfangen, die Unmöglichkeiten möglich zu machen.

Deshalb für heute:

Hallo Haufen Müffelsocken – wir kommen! Mit einem Deepdive! Yiihaa!

Hab´s fein. Deine Susa